Der hier einkopierte Text ist ein Kapitel aus dem Buch ”Die dritte Reformation und die Vision einer Gemeinde im Lichte der Offenbarung, I.Teil, Kap. 1-13” von Helmut Stücher. Der gesamte Text kann bestellt werden bei Helmut Stücher gegen einen Kopierseiten-Unkostenbeitrag (Helmut Stücher, Grabettstr. 48, D-57080 Siegen) oder per e-mail im Word-Format zugesandt werden (siehe hierzu ”Reformation-Forum” - Seite oder ”Verbindungen”- Seite).

 

 

2. Der prophetische Dienst (V. 3-13)

 

Der zweite Abschnitt des vorliegenden Kapitels ist wohl der schwerwiegendste in der ganzen Offenbarung, er kennzeichnet den entscheidenden Punkt für die bekennende Gemeinde durch ein letztes Zeugnis zu einer Klärung des Gemeindebegriffs. Und ich werde meinen zwei Zeugen Kraft geben, und sie werden tausend zweihundertsechzig Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Freilich ist bei diesen beiden Propheten nicht an Einzelpersönlichkeiten zu denken. Es hat schon Leute gegeben, die sich für die "zwei Zeugen" der Offenbarung hielten und in Säcken gekleidet umherzogen, aber es fehlte ihnen die Vollmacht und das Wort Gottes; ihr "Zeugnis" hatte keinerlei Wirkung, außer daß sie sich lächerlich machten. Es gab immer wieder falsche Propheten, die sich selbst berufen haben, und daher auch keine Autorität besitzen.

    Ein Prophet ist in der Schrift ein Mensch, der Gottes Wort in eine konkrete Situation des Volkes hineinspricht. Es geht dabei nicht in erster Linie um eine Zukunftsschau, sondern den Zustand des Volkes ins Licht zu stellen und von Sünden zu überführen. Dazu gehört geistliche Autorität, Vollmacht, Kraft. Den beiden Zeugen wird der HERR Kraft geben zum Dienst. Darin liegt eine Ermunterung für alle Knechte Gottes, sich Kraft vom HERRn zu einem vollmächtigen Zeugnis zu erbitten. Vollmacht haben derjenigen Diener Christi, die nicht vor Menschen, sondern vor dem HERRn der Erde stehen, das heißt Ihm dienen (Jer.15,19). Der Schwerpunkt ihres Dienstes liegt auf Weissagung. Weissagen ist die Wahrheit sagen, ist Reden Gottes, ist Gottes Wort in Seinem Auftrag und Namen in die Gemeinde hinein sagen. Dabei haben wir zuerst an die geschriebene Weissagung zu denken, die sowohl Überführung von Sünde und Gerechtigkeit und Gericht ist, als auch große Verheißungen enthält. Das letzte Buch der Bibel führt uns zu den alttestamentlichen Propheten zurück, die im Neuen des Geistes auszulegen und mit dem Ruf zur Buße anzuwenden sind. Wo ist dieser fehlende Dienst? Ist er aus Menschenfurcht verstummt, oder muß Gott erst wieder den Geist der Weissagung geben? Die frühe Kirche und auch noch die Kirche der Reformation haben viel mehr von den Propheten Jesaja, Jeremia usw. Gebrauch gemacht und immer wieder Erweckungen innerhalb der Kirche damit erzielt. Denn die Weissagung ist für die Glaubenden, nicht für die Ungläubigen (1.Kor.14,22). Die Gabe der Weissagung ist sehr wichtig für die Gemeinde (1.Kor.12,10; 14,1). Wo sie fehlt oder verachtet wird, fehlt der Gemeinde die sittliche Orientierung (1.Thess.5,20). Wo ist die Stimme des Propheten, der uns das Wort Gottes dem Gewissen nahebringt? Wir haben Lehrer und Prediger, die uns reichlich Bibellehre vermitteln, aber wo sind die Propheten Gottes, die begabt sind, ernst, eindringlich und rücksichtslos zu sprechen? Die das lang schon schlummernde Gewissen aufwecken können und sich nicht fürchten, die Dinge bei ihrem wahren Namen zu nennen, und nicht davor zurückschrecken, das verborgene Verderben, welches die Finsternis liebt, "im Lichte" bloßzustellen. Manche denken, daß sei gegen die Liebe. Aber die Liebe ruft nach diesem Dienst. Niemand liebte wie der Meister, und doch sprach nie jemand zu den Gewissen wie Er, Der nicht nur voller Gnade, sondern auch voller Wahrheit war. Solch einen Dienst haben wir sehr nötig. Selbstzufriedenheit würde dadurch ohne Zweifel den Todesstoß erhalten (Offb.3,16). "Wohlangesehenheit im Fleische" würde zu einem frühzeitigen Ende kommen (Gal.6,12). Doch würde nur das zu leiden haben, was falsch und unwahr ist, und das würde sicher niemand bedauern.

    Weil dieser Dienst fehlt, hat sich der Zustand unserer "heiligen Stadt" in den letzten Jahren rapide verschlechtert. "Und sie heilen die Wunde der Tochter meines Volkes leichthin und sprechen: Friede, Friede! und da ist doch kein Friede" (Jer.6,14). Man ist so empfindlich geworden, daß schon die leiseste Anspielung auf das Wort der Propheten als Beleidigung empfunden wird. Die Verheißungen der Propheten nimmt man gerne in Anspruch, ihre Trostworte finden immer Anklang. Aber ihr Urteil schiebt man auf die Welt ab, und doch paßt ihre Klage genau auf die Gemeinde. Das Zeugnis der "zwei Zeugen" wird ein kritisches Zeugnis über die Gemeinde sein, innerhalb und draußen. Man wird sich ihrer nicht einfach entledigen können, indem man die Zeugen hinauswirft oder mundtot macht, wie wir das beim fünften Siegel gesehen haben (6,9). Das ist hier, wenigstens in der Zeit ihrer Weissagung, nicht möglich, bis sie ihren Auftrag erfüllt haben. Ihr Zeugnis erinnert stark an den Dienst und die Kraft des HERRn Selbst, außer daß sie keine Heilwunder tun.

    Da die Zeugen eine ernste Botschaft haben, die zur Umbesinnung und Entscheidung ruft: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen" (Matth.4,17), andererseits auf starke Ablehnung stoßen, sind sie mit Sacktuch bekleidet, ein Zeichen der Trauer und Bestürzung; sie tragen Leid und Schmerz über den Zustand der Gemeinde und über den Unglauben vieler. Gottes Propheten haben immer die Wiederherstellung des Volkes Gottes gesucht, sie verzehren sich im Eifer für das Haus Gottes und ernten doch nur Schmach und Hohn. Obwohl es viele Knechte Gottes gibt, die die gleichen trauernden Gefühle haben und unter den Zuständen in den Gemeinden leiden, wenn sie alle die Greuel der "Nationen" sehen, ist ihnen doch weitgehend die Kraft und Vollmacht, dagegen aufzustehen, verloren gegangen. Es wird aber die Zeit kommen, da wird der HERR Seine Propheten unerschrocken hervortreten lassen und durch sie die Macht Seiner Stärke kundtun. Inzwischen haben sie noch wie Moses und Elias in der Wüste Zubereitungszeit. Oder sie haben sich wie Elia verbergen müssen und werden von den Raben versorgt (1.Kön.17). 

    Sind es nur "zwei" Zeugen?  Der HERR stellt sie hier als Seine Zeugen vor, meine zwei Zeugen. Ihre Namen werden nicht genannt, dennoch bleiben sie nicht anonym. Das Zeugnis wird durch geheiligte Männer verkündigt werden, die keine Einzelgänger sind. Alle Jünger Jesu sollen Zeugen sein: "Ihr werdet meine Zeugen sein..." (Ap.1,8). Der Wirkungskreis ist zu groß für zwei Knechte Gottes, der hohe Auftrag übersteigt die Kraft von zwei Einzelpersonen, selbst von zwölf Aposteln. Daniel spricht von "den Verständigen des Volkes, welche die Vielen unterweisen" (Dan. 11,33) und  jeden Tag öffentlich Zeugnis ablegen, tausend zweihundertundsechzig Tage. Noch einmal wird die letzte Jahrwoche Daniels aufgerollt, denn die Ähnlichkeit mit dem Dienste Jesu, ihres HERRn, ist auffallend. Der HERR möchte uns hier Seinen Dienst, Sein Zeugnis vorstellen, das mittels vieler Personen in der weltweiten Gemeinde abgelegt werden soll. Der Dienst der zwei Zeugen ist ein prophetisches Bild, ein Nachbild von dem Dienst Jesu, der auch die Leiden des Christus für Seinen Leib einschließt. Der HERR hat Seine Jünger zu zweit ausgesandt (Luk.10,1), denn "aus zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache bestätigt" (Matth.18,16). Das wird auch in den Tagen der Offenbarung sinnvoll sein. Es werden jedenfalls nicht nur zwei Männer sein, sondern viele Brüder. Im Augenblick sind sie noch nicht erschienen, aber sie werden kommen, und wenn sie erscheinen, wird sich eine zweite Reformation anbahnen.

    Die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter sind ein deutlicher Fingerzeig auf Sach.4. Sacharja sah bereits den siebenarmigen Leuchter, ein Bild der sieben Endzeitgemeinden im himmlischen Heiligtum. Die "zwei Ölbäume", deren Wurzel Christus ist, spenden das Öl, damit der Leuchter brennen kann. Johannes und Petrus, Paulus und Barnabas waren solche "Söhne des Öls", wie sie in Sacharja genannt werden. Auf diese Weise entstand die geisterfüllte Gemeinde Jesu. Aber wie sieht es mit dem Licht der Welt heute nach 2000 Jahren aus? Offensichtlich fehlt der verweltlichten Gemeinde am Ende gleich den törichten Jungfrauen das Öl, das ist der Geist der Wahrheit und Liebe, daher auch keine Kraft zur Heiligkeit. Warum das?  Die Verbindung zum Ölbaum und somit zur Wurzel ist verloren gegangen, der Zufluß des Öls zur Heiligung ist verstopft. Die Folge ist eine große Dunkelheit, ein großer Abfall.

    In der Offenbarungsdeutung sind die "zwei Zeugen" zugleich "zwei Leuchter", die nach dem Vorbild des Hohenpriesters Josuas und Serubabels, des Tempelerbauers, wieder Licht in die Finsternis bringen, "und wer die Wahrheit tut, kommt zu dem Lichte" (Joh.3,21). Als "Ölbäume zur Rechten und zur Linken sind sie Kanäle des Geistes Gottes, "goldene Röhren, die das Gold von sich aus ergießen" (Sach.4,12). Das "Gold" ist die Wahrheit der Offenbarung Jesu Christi, sie wird aber erst zu Öl, zu Licht und Leben, wenn sie geistlich verstanden wird. Sacharja schaut nur einen einzigen Leuchter, im christlichen Zeugnis der Offenbarung sind es jedoch zwei Leuchter, welche die wahre Zeugengemeinde repräsentieren, die sich an dem, was sie an sich trägt, als Prophetengemeinde ausweist.

   Aus der Vollmacht der beiden Zeugen lassen sich deutlich zwei große Prophetengestalten erkennen, Mose und Elia. Beider Dienste waren in dem HERRn Jesus vereinigt; Sein Dienst galt der Befreiung der Herde von den falschen Hirten, die dem Pharao und seinen Knechten glichen, andererseits zeugte der HERR wie Elia gegen das falsche Judentum, das der gesetzlosen Herrschaft Ahabs entsprach. Deshalb erschienen die beiden Männer Jesus und den Jüngern als Repräsentanten der Macht und Herrlichkeit des Reiches Gottes auf dem Berge der Verklärung (Matth.17,1-8). Ihre Kraft und ihr Geist spielt auch hier bei der Wiederherstellung des Reiches in unserer Zeit wieder eine Rolle.

    In jeder Weise erinnert Weissagung der zwei Zeugen an das Zeugnis Jesu, "denn der Geist der Weissagung ist das Zeugnis Jesu" (19,10). Christus beauftragt jetzt Seine Zeugen, den prophetischen Dienst im Kreise der christlichen Kirche auszuüben, wie der HERR Selbst es in der jüdischen Welt getan hat. Dann muß auch mit dem gleichen Widerstand und Widerspruch, ja auch mit ähnlichen Anschlägen gerechnet werden, von denen der HERR Selbst, die Apostel und die Reformatoren und alle, die das Zeugnis Jesu hatten, ständig bedroht waren. Das Zeugnis Jesu ist nun mal ein solches, das alle starren toten Formen sprengt und alle Heuchelei bloßstellt, und das muß Widerspruch und Feindschaft auslösen, besonders bei einer Führer- und Predigerschaft, die den Heiligen und Wahrhaftigen nicht kennt, obschon sie Ihn im Munde führt.

    Vor diesem Hintergrund ist auch die Aussage verständlich: Und wenn jemand sie beschädigen will, so geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand sie beschädigen will, muß er also getötet werden. So geschah es durch Elia, als der König einen Obersten mit seinen Fünfzig zu ihm sandte, um ihn zu fangen (2.Kön.1). Jetzt dasselbe zu tun und Feuer vom Himmel auf die Widersacher fallen zu lassen, ist nicht der Geist Elias noch des Geist Jesu, wie die Jünger meinten (Luk.9,51-56). Johannes der Täufer war ja der Elia, der kommen soll, und tat kein Zeichen, sondern wies auf Den hin, der "euch mit Heiligen Geist und Feuer taufen wird" (Matth.3,11). Und das Feuer des Geistes, das aus Jesu Munde ging, verzehrte und tötete jedesmal die Pharisäer und Schriftgelehrten, wenn sie Ihn in der Rede fangen wollten. Den HERRn konnte niemand greifen, denn Seine Stunde war noch nicht gekommen. Bis dahin war ER äußerlich und innerlich unverletzbar. Auch Paulus war außerordentlich geschützt, "denn ich bin mit dir", sagt der HERR ihm in Korinth, "und niemand soll dich angreifen, dir Übles zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt" (Ap.18,9-11). Auch Luther konnte niemand antasten, bis das reformatorische Zeugnis sich durchgesetzt hatte. Für die Zeugengemeinde der Offenbarung ist die Zeit ihres Zeugnisses auch die Zeit ihrer Unverletzbarkeit. Wer sie antasten will, schadet sich nur selbst und verliert obendrein das geistliche Leben. Ihrem Schutze dient der "feurige Panzer" göttlicher Macht der sechsten Posaune (9,17).

    Und sie haben die Gewalt, den Himmel zu verschließen, auf daß während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle. Wieder eine Anspielung auf Elia. "Er betete ernstlich, daß es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate" (Jak.5,17). Ihre Weissagung hat Folgen für den Gemeindesegen, denn der bisherige Segen, den man meinte zu haben, wird unterbrochen, die Herzen werden dürr und durstig, die Predigt trägt keine Frucht mehr und ist selbst fruchtleer, so daß die Seelen Hunger leiden. Eine starke "Hungersnot" ist die Folge, es wird Spannungen und Spaltungen geben in den Gemeinden, und man wird die Propheten Gottes dafür verantwortlich machen. Doch nicht sie bringen Israel in Trübsal, sondern "du und das Haus deines Vaters, indem ihr die Gebote Gottes verlassen habt, und du den Baalim nachgewandelt bist" (1.Kön.18,18). Die Übung diente dazu, um das Volk für den Segen empfänglich zu machen, den Gott in der Offenbarung des HERRn Jesu für die Seelen aufbewahrt hat. Wenn dann die Not gefühlt wird, wird es Zeit, daß die Zeugen Jesu beten wie Elia, "und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor" (Jak.5,18). Derart war das Zeugnis Jesu, nur Er konnte den Hunger der Seelen stillen. So bleibt es auch hier nicht bei der geistlichen Hungersnot, sondern es wird Regen des Segens fallen. 

    Und sie haben Gewalt über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie nur wollen. Das tat Mose in Ägypten. "Wasser in Blut" verwandeln konnten auch die Schriftgelehrten Ägyptens mit ihren Zauberkünsten, aber sie vermehrten dadurch nur das Unglück. Im Dienste der Offenbarung haben die Plagen nur den einen Zweck, den sie auch schon in Ägypten hatten, nämlich die verstockten Führer des Kirchensystems von der Macht und dem Willen Gottes zu überzeugen, daß sie das Volk Gottes ziehen lassen (2.Mo.7,16). Die Plagen sollen sie weich machen. Die Plagen selbst sind hier nur angedeutet. Um ihre geistliche Bedeutung im einzelnen zu verstehen, müßten wir uns mit den Plagen Ägyptens näher beschäftigen.

    Die Feindschaft gegen die Offenbarungszeugen wird sich in dem Maße steigern, wie sie ihrer Umgebung zur Plage und Qual werden. Zuletzt war auch Jesus den Hohepriestern und Ältesten eine Qual, sie konnten ihn nicht mehr ertragen. Und auch Paulus wurde von den Juden als Pest befunden (Ap.24,5). So muß es auch mit den "zwei Zeugen" geschehen: Wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, so wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und sie überwinden und sie töten. Es gibt eine Zeit des Zeugnisses, wo niemand die Zeugen angreifen darf, damit das Zeugnis sich durchsetzen kann. Und es gibt eine Vollendung des Dienstes, wo es den Feinden erlaubt ist, über sie herzufallen, wie das auch bei Jesus der Fall war (Luk.22,37). Scheinfromme Leute werden das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, unter falscher Beschuldigung gegen die Propheten Gottes aufhetzen. Dann kommt für sie der Augenblick, wo sie ihr Gethsemane und Golgatha erleben.

    Die Tiermacht, die aus dem Abgrund heraufkommt, ist uns schon von der fünften Posaune bekannt, hier kurz als das Tier bezeichnet. In einer anderen Gestalt erscheint das Tier in Kap.13. Tatsächlich hat es denselben Ursprung. Sowohl das "Tier" als auch der "Antichrist" sind von der Weissagung Daniels her für Johannes bekannte Größen. Wenn das Tier in die Gemeinde eindringt, denn es ist schon in der Welt (1.Joh.4,3), wird "es Krieg wider die Heiligen führen und sie besiegen" (Dan.7,21). Seinen ersten Krieg führte das Tier durch die Römer gegen den Sohn Gottes, doch es steckte viel mehr dahinter als die Römische Macht. Geistliche Mächte der Bosheit, Fürstentümer und Gewalten beherrschten Israel und erklärten dem wahren Israel Gottes nach Vollendung Seines Dienstes den Krieg. Doch der HERR hat sie alle besiegt, obwohl es äußerlich anders aussah. Nun kommt das Tier, das eine Zeitlang im Abgrund schlummerte, wieder herauf, wovon später ausführlicher berichtet wird. 

    In den vorliegenden Versen ist nur soviel gesagt, daß das Tier gegen die heiligen Knechte Gottes vorgeht, die es offenbar eine Zeit gewähren ließ. Ihr letztes Zeugnis gegen die Heuchler, die vorgaben, die Wahrheit zu haben und ihr doch widerstanden (Matth.23), erregt das Tier in gewissen falschen Leuten dermaßen, daß sie Mordpläne schmieden. Der Prozeß gegen die Knechte Gottes ist eine innerkirchliche Angelegenheit und läuft auf Ausschluß, Rufmord, üble Verleumdung hinaus. Es ist nicht zu befürchten, daß die Zeugen leiblich getötet werden, was wohl in einem freiheitlich-demokratischen Staat auszuschließen ist. Nach Artikel 2 des Grundgesetzes hat jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Vielmehr wird man ihnen innerkirchlich den Prozeß machen, man wird sie beschuldigen, Zwiespalt und Ärgernis anzurichten, man wird sie als Verführer brandmarken (Röm.16,18), moralisch fertigmachen, seelisch ermorden. Dann kommen sie in große Bedrängnis, es wird dunkel in ihrer Seele; und das ist in einer Art schwerer zu ertragen als körperliche Leiden. "Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind..." (Luk.13,33).

   Sie könnten den Leiden entgehen, wenn sie sich eine große Anhängerschaft verschafft hätten, denn "viele werden sich ihnen mit Heuchelei anschließen" (Dan.11,34). Sie könnten mit dem Schwerte dreinschlagen und die Gemeinde spalten. Sie könnten Feuer vom Himmel herabfallen lassen und ihre Feinde verzehren, wie auch Elia tat (Luk.9,54). Das ganze Heer des Himmels würde das unterstützen, wenn sie nur darum bäten. Aber das wäre nicht dem Lamme gefolgt. Sie wollen keine Partei um sich, sie wollen nicht zu den vielen Trennungen noch eine hinzufügen, denn sie lieben die Bruderschaft, sie weissagten die Einheit die Gemeinde Jesu, haben sie sich doch für sie in heißer Liebe verzehrt. Lieber ziehen sie den kürzeren. Es ist besser, nicht um sein Recht zu kämpfen und von der Macht Gebrauch zu machen, sondern zu leiden, sich zu opfern, wie auch ihr HERR, auch auf die Gefahr hin, ganz alleine zu stehen. Auch daran kann man einen wahren Knecht Gottes erkennen. Wie sollte denn die Schrift erfüllt werden, daß es einem Knecht nicht anders ergehen soll als seinem Herrn? (Joh.15,19-21). "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht" (Joh.12,24). Sie müssen durch das Todestor, durch inneren Zerbruch, ja allem sterben, auch dem eigenen Ich. 

    Knechte Gottes sind jedoch auch versuchlich und fehlerhaft; sie können sich von dem widerspenstigen Gemeindevolk reizen lassen, so daß sie unbedacht reden mit ihren Lippen wie Mose (4.Mo.20,6-13); sie können mutlos werden wie Elia unter dem Ginsterstrauch und meinen, sie allein wären übriggeblieben (1.Kön.19,4), sie können auch wie David in Sünde fallen oder wie Petrus aus Angst den HERRn verleugnen (Luk.22,34). Nur Einer war vollkommen, "welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet; welcher selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holze getragen hat" (1.Petr.2,22-24). Die Diener des HERRn sind jetzt in besonderer Weise den Angriffen Satans ausgesetzt, um sie zu Fall zu bringen. "Und von den Verständigen werden einige fallen, um sie zu läutern und zu reinigen und weiß zu machen bis zur Zeit des Endes" (Dan.11,35). Das wird den Feinden gelegen kommen und ihnen den gesuchten Grund liefern, sie zu schmähen und zu verhöhnen. "Sie haben sich über mein Hinken gefreut und sich versammelt; Schmäher haben sich wider mich versammelt" (Ps.35,15). Noch einmal ein kurzes Wortgefecht, und die Zeugen Jesu verstummen. Das sieht wie Niederlage, wie Versagen aus: sie werden schwach, sie sind enttäuscht, verzweifelt, es wird ihnen angst, sie werden im Geiste gebunden, von allen verworfen und gehaßt, so tragen sie schweigend ihr Kreuz. Den Kelch, den ihr Herr getrunken hat, werden sie trinken, und mit der Taufe, womit Er getauft wurde, werden sie getauft werden (Mark.10,39). Und ihr Leichnam wird auf der Straße der großen Stadt liegen, welche geistlicherweise Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. 

    Wie hat sich die "heilige Stadt" der Gemeinde verwandelt. Zuerst eine "heilige" Stadt, jetzt eine "große Stadt", (die später den Namen Babylon trägt). "Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voll Recht, Gerechtigkeit weilte darin, und jetzt Mörder!" (Jes.1,21). Sie unterscheidet sich nun nicht mehr vom einstigen jüdischen Jerusalem. "Sodom" heißt sie ihrer Sünden wegen, "Ägypten" steht für ein ungerechtes Gewaltsystem, das alles geistliche Leben unterdrückt. Für Christus ist dort kein Platz mehr. Wie entspricht das dem jüdischen Jerusalem: Drinnen eine festfeiernde Menge beim Passah - und Jesus außerhalb des Lagers gegeißelt und umgebracht. Unfaßbar! Dies ist heute auf die Kirche anzuwenden. Die Kirchengeschichte ist voll trauriger Beispiele, wie die herrschende Geistlichkeit die Zeugen Jesu ermordet hat. Auch die Endzeitgemeinde liefert die traurigsten Beispiele, wie man bewährte Diener des HERRn behandelt hat. Was den "zwei Zeugen" widerfährt, ist ein Musterprozeß von dem, was viele treue Knechte Gottes erfahren haben und besonders am Ende des christlichen Zeugnisses noch erfahren werden.

    Von ihrer Leidensgeschichte, ihrem Martyrium, wird hier nichts berichtet, umso mehr aber, was nachher mit ihnen geschah, welchen Abscheu sie allenthalben erregen. Viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben, und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen. So pietätlos war nicht einmal Pilatus. Ihretwegen schlägt sich kein Volk an die Brust, und kein Hauptmann sagt: Dieser Mensch war gerecht. Sicher werden Jünger Jesu wie ein Nikodemus oder ein Joseph von Arimathia ihnen die letzte Ehre erweisen wollen, aber sie werden sich fürchten, um nicht mit ins Schußfeld zu kommen. Was sich hier zuträgt, übertrifft alles, was bisher geschehen ist, weil es in der Mitte derer geschieht, die sich Kinder Gottes nennen, an das inspirierte Wort Gottes glauben und den Tod des HERRn verkündigen: Im Namen des HERRn werden treue Brüder gekreuzigt und öffentlich zur Schau gestellt (Hebr.6,6). Wären nicht solche Fälle bekannt, würde man es nicht für möglich halten. Im fünften Siegel haben wir die Geschichte solcher Seelen kennengelernt. Doch die Behandlung der "zwei Zeugen" liefert uns die Nachgeschichte in der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche, genau dreieinhalb Tage. Zugleich sind es die drei Tage Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, in der auch die Jünger waren, während Jesus im Grabe lag.

    In einer Brüderversammlung wurde ein ernster Diener des HERRn solange bekämpft, bis sie ihn völlig zum Schweigen gebracht hatten. Schließlich setzte man ihm die Pistole auf die Brust: Entweder Beugung unter die Brüder oder Ausschluß. Er beugte sich vor der Versammlung und dennoch schlossen sie ihn aus. Damit war sein Kreuzesweg beendet. Was danach kam, tat ihm zwar nicht mehr weh, aber es war der Gipfel von Infamie und übler Verleumdung. Schrecklich, was sie ihm da noch an Dreck nachwarfen.

    Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und frohlocken und werden einander Geschenke senden, weil diese, die zwei Propheten, die quälten, welche auf der Erde wohnen. Große Genugtuung herrscht über die toten Zeugen bei denen, "die auf der Erde wohnen" - ein bezeichnender Ausdruck für die irdisch Gesinnten, die wie Kain auf ihre eigene Gerechtigkeit bauen und ihren Bruder ermorden, und wie Nimrod nach irdischem Ruhm trachten und nach weltlichen Dingen jagen. Deshalb empfanden sie das Zeugnis der beiden Zeugen als Qual, und ihre Beseitigun als große Erlösung, denn niemand straft mehr die Gesetzlosen. Mit der Ausschaltung der zwei Propheten - echte Zeugen Jesu sind Propheten - ist der Mund Gottes gänzlich verstummt. Dann redet Er nur noch durch die Ereignisse.

    Normalerweise hat eine Gemeinde, wenn eine Zuchthandlung notwendig ist, vorher alle Beweise gesammelt und die Zeugen gehört. Mit dem schriftgemäß begründeten Ausschluß findet dann der traurige Fall seinen Abschluß, indem man hofft, daß dieses letzte Mittel den Abgeirrten zurechtbringt. Man hat ihn hinaustun müssen und überläßt ihn Gott. Nicht so die Zeugen der Wahrheit. Mit ihnen findet das Umgekehrte statt. In dem vorliegenden Fall hatte man sich des lästigen Mahners durch Intrige und böse Verdächtigungen entledigt. Sein Ausschluß hatte keineswegs Betrübnis erweckt, sondern man war froh, ihn endlich los zu sein. "Nun haben wir Ruhe", sagten sie. Viele freuten sich regelrecht, daß er unschädlich gemacht war. Die Freunde, die dabei Hilfe geleistet hatten, ehrte man mit "Geschenken" für die gute Arbeit. Sogar solche, die vorher einander feindlich gesonnen waren, wurden nun Freunde. Es war ein schweres Stück Arbeit gewesen, einen so begabten und geachteten Lehrer und Führer, dem man nichts Schlechtes nachsagen konnte, zur Strecke zu bringen. Daß auch seine Familie davon schwer betroffen war, interessierte die Handelnden nicht. Man hatte gleich alle erwachsenen Kinder mit ausgeschlossen. Da sie den Ausschluß nicht biblisch begründen konnten, kamen sie bei kritischen Anfragen in große Verlegenheit. Also suchten sie hinterher an Gründen. Sie verfaßten ein "Memorandum" über seine Fehler und Schwachheiten, voll böser Verdächtigungen und Entstellungen, um ihn überall schlecht zu machen. Die Schmach dauerte jedoch nicht nur "drei Tage und einen halben", sondern einige Jahre. Der Betroffene schwieg zu allem und ging nach 14 Jahren in Frieden in die Ruhe seines HERRn ein. Anderswo haben sich ähnliche Fälle in verschiedenen Kirchen und Gemeinden zugetragen. Man könnte meinen, der Dienst der zwei Propheten gehöre schon der Vergangenheit an. Die Zeitform wechselt in Vers 9 von der Zukunftsform in gegenwärtiges Geschehen.

    Das letzte Wort ist in der Sache noch nicht gesprochen. Menschen mögen ihre Taten für gerechtfertigt halten und vergessen, aber bei Gott ist der Fall noch nicht erledigt. Der Jubel derer, die an den zwei Propheten schuldig geworden sind, ist nur von kurzer Dauer. Nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie standen auf ihren Füßen; und große Furcht fiel auf die, welche sie schauten. Die Zeugen Jesu stehen wieder auf, und zwar für alle sichtbar. In diesem Zusammenhang geschieht offenbar auch die Auferstehung des getöteten Gottesheeres, welches Hesekiel im Tal der Totengebeine sieht: "Der Odem kam in sie, und sie wurden lebendig und standen auf ihren Füßen" (Hes.37,10). Fast wörtlich die gleiche Wendung. Durch die Auferstehung Jesu Christi, Der "als Erster durch Toten-Auferstehung Licht verkündigen sollte, sowohl dem Volke als auch den Nationen " (Ap.26,23), kann Gottes Volk auch heute wiedererweckt werden. Zuerst muß die Zeugengemeinde geistlich wieder auferstehen. Der Geist des Lebens aus Gott stellt sie wieder her und Trauer und Weinen hören auf. Das wird der Welt nicht verborgen bleiben. Jesus ist nach Seiner Auferstehung nur den Jüngern erschienen, die Welt sah Ihn nicht mehr. Aber Seine erweckten Zeugen werden von allen gesehen und gehört werden, und das wird etliche sehr erschrecken. In der Meinung, es seien Irrlehrer, Sektierer, haben sie die Zeugen verleugnet und "getötet", und nun müssen sie feststellen, daß sie lebendiger dastehen als zuvor. Was jetzt die Verantwortlichen befürchten, erinnert an die Hohenpriester und Pharisäer, daß "die letzte Verführung ärger sein wird als die erste" (Matth.28,64). Große Angst erfüllt sie, eine genaue Parallele zum sechsten Siegel (6,16-17).

    Auch mit den Zeugen Jesu ist in den "drei Tagen und einem halben" eine Verwandlung geschehen. Sie sind nicht mehr dieselben, die sie vorher waren. Wir denken an die Veränderung der Jünger und Petrus nach dem Kreuz. Sie sind milder und sanftmütiger geworden, um des Evangeliums willen. Dann hören sie, wie eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagt: Steiget hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke. Weil sie an der Schmach und den Leiden Christi teilgenommen haben und Seinem Tode gleichgestaltet wurden, sollen sie nun auch die Kraft Seiner Auferstehung erfahren und im Geiste an Seiner Herrlichkeit teilnehmen mit Frohlocken. Wie Johannes sind sie plötzlich im Geiste in die himmlischen Örter versetzt (4,1) und bekommen einen ganz neuen Ausblick. Dazu ist keine Vision erforderlich, auch keine Entrückung in den dritten Himmel, sondern eine Offenbarung über das, was im Himmel ist. Gott hält in der geistlichen Auferstehung und Himmelfahrt der zwei Zeugen etwas für uns bereit, was "kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben" (1.Kor.2,9). Der Geist Gottes führt uns zum geistlichen Schauen der Herrlichkeit Christi, das uns über die widrigen Umstände und traurigen Zustände erhebt. Ein Beispiel ist Jakob. Als er hört, daß Joseph noch lebt und sogar Herrscher ist über das ganze Land Ägypten, da lebte sein Geist auf; "und Israel sprach: Genug! Joseph, mein Sohn, lebt noch! Ich will hinziehen und ihn sehen, ehe ich sterbe" (1.Mo.45,27-28). Und wie lebten die Jünger auf, als Jesus plötzlich in ihrer Mitte stand und sprach: "Friede euch!" (Joh.20,20). Viele Brüder kämpfen sich müde, um das zu heben und zu bessern, was so nicht mehr zu bessern ist. Sie brauchen eine Offenbarung über die Offenbarung des HERRn Jesus Christus, der alles neu macht.

    Die Geschichte der beiden Zeugen läßt uns noch einmal lebendig werden, was Jesu Leben und Leiden war, aber auch, daß Er siegreich auferstanden ist und jetzt zur Rechten Gottes thront. Jesus lebt! Alle Apostel und die beiden in den Himmel hinaufgestiegenen Propheten sind Zeugen davon, daß Jesus Christus lebt und Ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Dies zu wissen gibt der "irdischen" Szene ein anderes Gesicht und den Jüngern neuen Mut. Die Jüngergemeinde ist glücklich im HERRn, aber die Feinde sind bestürzt. Wenn wir mit Christus auferstanden sind und unsere Stellung in Christo in den himmlischen Örtern einnehmen, dann betrachten wir die Dinge von oben her, aus der Perspektive des allmächtigen Gottes, und Trauer und Furcht müssen weichen. "Freuet euch mit Jerusalem und frohlocket über sie, alle, die ihr sie liebet; seid hocherfreut mit ihr, alle, die ihr über sie trauert!" Jes.66,10). Eine frohe Botschaft erfordert frohe Leute. Die Jünger haben diesen Wechsel erlebt, und wir sollen ihn auch erleben. Als Jesus von ihnen geschieden war, "kehrten sie nach Jerusalem zurück mit großer Freude; und sie waren allezeit im Tempel, Gott lobend und preisend" (Luk.24,52-53). Hier verharrten sie im Gebet und warteten auf die Verheißung des Vaters, bis nach etlichen Tagen das Gewaltige geschah: die Ausgießung des Geistes. Unausgesprochen, jedoch auf derselben Linie erleben es unsere Propheten: Sie werden mit dem Geiste erfüllt werden und jetzt einen apostolischen Dienst tun, der mit der frohen Botschaft der Auferstehung des Gottesvolkes durch die Auferstehung Jesu Christi glücklicher und erfolgreicher sein wird als der prophetische Dienst. Als Vertreter des himmlischen Reiches und des neuen Jerusalem stellen sie das neue Israel im neuen Bund vor. Siehe, ich wirke Neues; jetzt sproßt es auf; werdet ihr es nicht erfahren? Ja, ich mache durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde" (Jes.43,19). Ein zweites Pfingsten kündigt sich an.

    Und in jener Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und siebentausend Menschennamen kamen in dem Erdbeben um. Was ist passiert? Das erste große "Erdbeben" war durch die Pfingstpredigt hervorgerufen worden. Da fiel der "zehnte Teil" der Stadt, eine Anspielung auf das gesetzliche System (zehn Gebote, den Zehnten), und "siebentausend Menschennamen" der Priesterschaft, die an dem Mord an dem heiligen Knecht Gottes beteiligt waren, waren plötzlich bedeutungslos geworden, weil Gott andere erhöht hatte. Von den übrigen aber wurden dreitausend Seelen von ihrer Tat überführte; von Furcht erfüllt sprachen sie zu Petrus und den anderen Aposteln: "Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geists empfangen" (Ap.2,37-41).

    Von allen Sünden ist die Verwerfung eines Zeugnisses und der Zeugen, die Gott bestätigt hat, die größte; es ist die Sünde der Welt. Das ist nun in dem zehnten Teil der Stadt, dem philadelphischen Stadtteil, der laodicäisch geworden ist, geschehen. (Wir bewegen uns hier noch auf der Ebene des sechsten Sendschreibens). Weil der Boden hier so hart und unbesäbar ist für das Evangelium des Reiches, wirkt sich das "Erdbeben" besonders stark aus. Schon das sechste Siegel schildert die Wirkung des großen Erdbebens (6,12). Wenn es nur auch die Wirkung hätte bei denen, die meinen, der Überrest der Siebentausend zu sein (Röm.11,4), aber keine Furcht hatten, dem Zeugnis der zwei Zeugen zu widerstehen, gerade sie am meisten. Ein "Überrest" zählt nicht mehr im Pfingstereignis, Gemeindenamen, so schön sie auch sein mögen, haben keine Bedeutung mehr. Was nicht wahrhaft Gottes Israel aus dem Glauben ist, gehört zum "verkehrten Geschlecht", von dem man errettet werden muß, sagt Petrus den Juden.

      Und die übrigen wurden voll Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre. Bei ihnen fängt die erwartete Erweckung, die wir in der großen Volksmenge schon gesehen haben, an (7,9). Sie fühlen sich vom Gericht Gottes betroffen und fragen ängstlich nach der Wahrheit. Ohne Furcht keine echte Frucht.

 

Das zweite Wehe war eine schwere Geburtswehe, aber es muß noch ein drittes Wehe komme, und dann ist der Durchbruch da. Wenn es aber zum Gebären kommen soll, muß vorher das Zeugnis gepredigt und angenommen werden. Wenn der HERR gebären läßt, können durch eine Predigt Tausende erweckt werden.

 

 

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